März 2026
Rückspiegel:
Der Februar war ein Monat der Ernüchterung. Nach einem starken Jahresauftakt schien vieles klar: Die Wirtschaft läuft ordentlich, die Inflation geht langsam zurück – und das Thema Künstliche Intelligenz treibt die Börsen weiter nach oben. Im Februar wurde deutlich: So einfach ist es nicht.
Die Wirtschaft bleibt robust – aber nicht sorgenfrei.
In den USA zeigte sich der Arbeitsmarkt weiterhin stabil, viele Unternehmen berichteten ordentliche Zahlen. Gleichzeitig blieb die Inflation hartnäckig. Besonders bei Dienstleistungen und einzelnen Gütern steigen die Preise stärker als erhofft. Die amerikanische Notenbank kann deshalb nicht einfach Entwarnung geben. Zinssenkungen sind möglich – aber keineswegs sicher. Die Folge: mehr Unsicherheit an den Märkten.
Die Anleihemärkte sendeten ein klares Signal. Die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen fielen im Februar deutlich und rutschten zeitweise unter 4 %. Auch in Europa gaben die Renditen spürbar nach.
Wenn Anleger verstärkt Anleihen kaufen, suchen sie Sicherheit. Während die Aktienmärkte noch vergleichsweise stabil wirkten, zeigte der Anleihemarkt bereits: Die Vorsicht nimmt zu.
Europa – und besonders Deutschland – bot ein gemischtes Bild.
In der Eurozone gingen die Inflationserwartungen leicht zurück. Auch in Deutschland überraschte die Inflationsrate nach unten. Vor allem niedrigere Energie- und Lebensmittelpreise sorgten für Entlastung. Gleichzeitig fielen die Einzelhandelsumsätze schwächer aus als erwartet.
Mit anderen Worten: Der Preisdruck lässt etwas nach – aber das Wachstum bleibt verhalten.
Das erklärt auch die deutlich gesunkenen Renditen deutscher Bundesanleihen.
Die KI-Euphorie bekam erste sichtbare Risse. Noch im vergangenen Jahr reichten gute Zahlen aus, um Technologiewerte weiter nach oben zu treiben. Im Februar war das anders. Selbst starke Unternehmensberichte führten nicht mehr automatisch zu steigenden Kursen. Anleger begannen genauer hinzusehen: Wer profitiert wirklich von KI – und wer könnte unter Druck geraten? Die Euphorie wurde realistischer – man könnte es sogar Skepsis nennen.
Deutlich unter Druck geriet auch der Bitcoin. In Euro gerechnet verlor die Kryptowährung im Februar über 16 %. Das ist keine kleine Schwankung, sondern eine klare Korrektur. Während Gold zulegen konnte, wurden riskantere Anlagen verkauft. Der Februar zeigte damit deutlich: Bitcoin ist kein sicherer Hafen, sondern eine stark schwankungsanfällige Anlageklasse.
Zum Monatsende kam der geopolitische Faktor hinzu. Die militärischen Entwicklungen im Nahen Osten ließen den Ölpreis steigen. Öl ist für die Weltwirtschaft entscheidend. Steigende Energiepreise wirken wie eine zusätzliche Belastung für Verbraucher und Unternehmen. Gold war gefragt, Aktien reagierten nervös.
Fazit Februar: Die Inflation ist hartnäckiger als gedacht. Die Zinsfrage bleibt offen. Die Anleihemärkte signalisieren Vorsicht – und die Geopolitik ist zurück.
Und nun?
Der März beginnt mit einer deutlichen Zäsur. Der militärische Schlag gegen den Iran ist kein Randereignis. Er betrifft eine Region, durch die ein erheblicher Teil der weltweiten Energieversorgung läuft. Die Straße von Hormus ist der entscheidende Punkt.
Durch diese Meerenge fließt rund ein Fünftel des global gehandelten Öls. Bereits kleine Störungen können die Preise deutlich bewegen. Sollte es zu einer länger anhaltenden Beeinträchtigung kommen, würde das die Weltwirtschaft spürbar treffen. Steigende Energiepreise wirken wie eine zusätzliche Steuer für Unternehmen und Verbraucher.
Das Risiko ist real – auch wenn noch unklar ist, wie sich die Lage entwickelt.
Ein zweiter Unsicherheitsfaktor ist die mögliche Ausweitung des Konflikts. Neben staatlichen Reaktionen besteht auch das Risiko von indirekten Eskalationen. Dazu zählen Angriffe auf Infrastruktur, Störungen von Handelswegen oder Terroranschläge – auch außerhalb der unmittelbaren Region. Solche Ereignisse lassen sich kaum prognostizieren. Sie sorgen jedoch für Nervosität an den Märkten und erhöhen die Risikoprämien.
Was bedeutet das für die Märkte?
Kurzfristig: Mehr Schwankungen. Mehr Unsicherheit. Höhere Sensibilität für Nachrichten.
Mittelfristig hängt vieles vom Ölpreis ab. Bleibt er deutlich erhöht, steigt der Inflationsdruck wieder. Das würde Zinssenkungen erschweren und die Konjunktur belasten.
Beruhigt sich die Lage rasch, könnten sich auch die Märkte stabilisieren.
Wichtig ist die Einordnung: Der Konflikt ist ernst. Die wirtschaftlichen Auswirkungen sind potenziell spürbar. Aber: Wir befinden uns nicht in einer Situation wie in den 1970er-Jahren mit einem vollständigen Öl-Embargo. Die Welt ist heute diversifizierter aufgestellt, und strategische Reserven sind vorhanden.
Für Anleger bedeutet das
Keine Panik – aber erhöhte Aufmerksamkeit. In Phasen geopolitischer Spannungen reagieren Märkte häufig über. Gleichzeitig entstehen immer wieder auch Chancen. Entscheidend bleibt eine breite Streuung und ein kühler Kopf.
Der März wird kein ruhiger Monat.
Aber er wird zeigen, wie belastbar Wirtschaft und Märkte tatsächlich sind.
Die Zahl des Monats: 25000
Rund 25.000 Schiffe pro Jahr passieren die Straße von Hormus. Durch diese nur 40 Kilometer breite Meerenge fließen etwa 20 % des weltweit gehandelten Öls – und ebenfalls rund 20 % des globalen Flüssiggas-Handels (LNG). Der eigentliche Schiffsverkehr konzentriert sich dabei auf lediglich zwei jeweils etwa 3 Kilometer breite Fahrspuren. Eine schmale Passage – mit enormer Bedeutung für die Weltwirtschaft.
Schlussgedanke
„Unsicherheit ist kein Ausnahmezustand, sondern Teil des Investierens.“
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Weitere Informationen zum Thema und zur Anmeldung folgen in Kürze.
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