Dezember 2025

Kapitalmarkt in Kürze

KIKstarter – Märkte kompakt

S&P500DAXFEDEZBUSD in €RohölGold (€)BTC (€)
6849.0923836.7942.001.1662.32364974468
0.13%-0.51%0.00%0.00%-0.60%-3.50%5.16%-22.22%

Rückspiegel:
Der November brachte endlich Klarheit in den USA: Nach 43 Tagen endete der Regierungsstillstand am 12. November – der längste seit über zwei Jahrzehnten. Damit fließen wieder Wirtschaftsdaten, auf die die US-Notenbank nach ihrer Zinssenkung im Oktober dringend angewiesen ist. Gleichzeitig lief die Berichtssaison an der Weltleitbörse ausgesprochen stark: Rund 80 % der Unternehmen im S&P 500 haben ihre Gewinnerwartungen übertroffen – ein bemerkenswert hoher Wert, der die Robustheit der US-Wirtschaft trotz politischer Turbulenzen unterstreicht.

Dennoch gab es deutliche Bremsspuren im Technologiesektor. Sorgen vor einer möglichen Übertreibung im Bereich der Künstlichen Intelligenz führten zu kräftigen Kursrückgängen bei zahlreichen Technologiewerten. Prominente Anleger wie Michael Burry nutzten die Unsicherheit und spekulierten öffentlichkeitswirksam auf sinkende Kurse. Doch die Fundamentaldaten präsentierten sich deutlich stabiler: Mehrere große Technologieunternehmen meldeten außergewöhnlich starke Quartalszahlen, allen voran Nvidia, deren Umsatz- und Gewinnentwicklung erneut alle Prognosen übertraf.

Auch geopolitisch blieb der Monat bewegt. Die vermeintlichen Friedensgespräche in mehreren Konfliktregionen sorgten zwar kurzfristig für Erleichterung an den Märkten, drückten aber vor allem europäische Rüstungsaktien spürbar nach unten – ein klassisches Beispiel für die hohe Nachrichtenabhängigkeit dieses Sektors.

Eine weitere bemerkenswerte Entwicklung spielte sich bei den Kryptowährungen ab: Der Bitcoin verlor im Monatsverlauf mehr als 20 % an Wert – ein dramatischer Rückschlag nach Monaten relativer Stabilität. Die Gründe reichen von Gewinnmitnahmen über Liquiditätsengpässe bis hin zur allgemeinen Risikoaversion im Zuge der Technologiekorrektur. Für viele Marktteilnehmer war der Einbruch ein unerwartet deutlicher Warnschuss.

In Europa setzt sich derweil das ernüchternde Konjunkturbild fort: Deutschlands Wirtschaft schrumpft weiter, die Inflationsrate in der Eurozone liegt mit 2,1 % nur noch knapp über dem EZB-Ziel, und politische Impulse sind rar. Umso bemerkenswerter bleibt, dass die großen Aktienindizes weiterhin in der Nähe ihrer Höchststände notieren. Der Mangel an Anlagealternativen wirkt stärker als die Konjunktursorgen – auch wenn der sprichwörtliche Frosch im Kochtopf langsam unruhig wird.

Und nun?
Der Dezember wird zum Monat der Zentralbanken – und selten lagen die großen Notenbanken politisch, taktisch und wirtschaftlich so weit auseinander wie jetzt.

In Japan mehren sich die Hinweise, dass die Bank of Japan erstmals seit vielen Jahren eine Zinsanhebung erwägen könnte. Die überraschend robuste Lohnentwicklung und der anhaltende Preisdruck erhöhen den Druck auf die Notenbank, ihre ultralockere Politik zu überdenken. Für die globalen Märkte wäre ein solcher Schritt ein Wendepunkt – Japan war über Jahrzehnte der Anker extrem niedriger Zinsen.

Ganz anders die Lage in den USA: Nach dem Ende des Regierungsstillstands und der Zinssenkung im Oktober gilt eine weitere Lockerung durch die US-Notenbank im Dezember als wahrscheinlich. Die Kombination aus soliden Unternehmensgewinnen, fallender Inflation und zunehmender politischer Unsicherheit spricht aus Sicht der Fed für vorsichtigere Zinsniveaus. Für die Märkte wäre dies das gewünschte Weihnachtsgeschenk.

Die Bank of England bewegt sich dagegen im schwierigen Umfeld zwischen schwachem Konsum, politischer Instabilität und strukturellem Wachstumsdruck. Auch dort wird eine mögliche Zinssenkung diskutiert – allerdings stärker als Risiko- denn als Basisszenario.

Und die Europäische Zentralbank? Die Inflationsrate der Eurozone liegt mit 2,1 % praktisch auf Zielhöhe, während die Konjunktur immer tiefer in die Schwäche rutscht. Eine Zinssenkung wäre ökonomisch gesehen überfällig, doch aus Frankfurt ist weiterhin Zurückhaltung zu hören. Die politische Gemengelage, der Wunsch nach Glaubwürdigkeit und die Signale Richtung Frühjahr 2026 sprechen eher dafür, dass die EZB sich „durch den Winter mogeln“ will – eine Zinssenkung bleibt also unwahrscheinlich, selbst wenn die Datenlage längst dafürspricht.

In Summe entsteht ein seltenes Bild: Vier große Zentralbanken auf vier verschiedenen Pfaden – und ein Markt, der versucht, daraus einen gemeinsamen Trend abzuleiten. Die Schwankungsanfälligkeit dürfte damit eher zu- als abnehmen.

Die Zahl des Monats
–20 % – Um diesen Wert ist der Bitcoin im November eingebrochen. Für viele Anleger ein Schock – und ein Beleg dafür, wie schnell vermeintliche Stabilität im Kryptomarkt verpuffen kann.

Weisheit des Monats
„Die Jahresendrallye ist wie der Weihnachtsmann: Viele schwören, ihn gesehen zu haben – beweisen kann es bis heute keiner.“

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